
Abstract: In einer hochwertigen Studie, die im Mai 2025 veröffentlicht wurde, entwickelte ein Forscherteam der Abteilung für Ernährung der Marinesmedizinischen Universität der Volksbefreiungsarmee ein neuartiges "Screening-System" – unter Verwendung eines Luciferase-Reportermodells, um die Aktivität von miR-122 zu "überwachen", vergleichbar mit der Installation einer "Signalleuchte" für miR-122. Wenn eine Verbindung die miR-122-Aktivität verstärkt, leuchtet die "Signalleuchte" auf. Anschließend führten sie ein umfangreiches Hochdurchsatz-Screening von 2.543 Naturstoffen durch, um die "idealen Partner" für miR-122 zu finden.
Nach strenger Selektion erwies sich Dihydroberberin unter den 2.543 Naturstoffen als der herausragende Kandidat: Es reguliert nicht nur die miR-122-Spiegel signifikant hoch, sondern zeigt auch keine Zelltoxizität – was sowohl Wirksamkeit als auch Sicherheit belegt.
In einem durch eine eisenreiche Ernährung induzierten Mausmodell der MASLD (Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease) zeigte Dihydroberberin bemerkenswerte leberschützende Effekte:
Stellt die miR-122-Spiegel wieder her: Kehrt die durch Eisenüberladung verursachte Verringerung von miR-122 um und reaktiviert so effektiv den "Regulator" der Leber.
Verbessert den Fettstoffwechsel: Reduziert die hepatischen Triglyceride und den Gesamtfettgehalt, was zu einer sichtbar "saubereren" Leber führt (nachgewiesen durch Oil-Red-O-Färbung).
Verhindert oxidative Schäden: Senkt die Spiegel von Lipidperoxidationsmarkern (z. B. MDA, LPO) und schützt so die Hepatozytenmembranen vor Abbau.
Mildert Leberschäden und Fibrose: Senkt signifikant ALT und AST (wichtige Marker für Leberschäden) und verlangsamt das Fortschreiten der Leberfibrose.

Abbildung D: miR-122-Regulation – Eisenüberladung verursachte einen starken Abfall der miR-122-Expression, während die Behandlung mit DHB sie auf nahezu normale Werte wiederherstellte.
Abbildungen E-H: Verbesserung des Fettstoffwechsels – Eisenüberladung führte zur Anhäufung von hepatischen Triglyceriden und Gesamtlipiden, die nach Gabe von DHB reduziert wurden.
Abbildungen I-J: Minderung oxidativer Schäden – Eisenüberladung erhöhte oxidative Produkte (MDA, LPO usw.), während die DHB-Behandlung diese Marker signifikant senkte.
Abbildungen K-M: Wiederherstellung des Fettsäuregleichgewichts – Die DHB-Behandlung kehrte die durch Eisenüberladung verursachte Dysregulation mehrfach ungesättigter Fettsäuren um und stellte vorteilhafte Fettsäureverhältnisse wieder her.
Abbildungen N-O: Proteinregulation – Eisenüberladung störte die Expression von Proteinen, die mit der Lipogenese zusammenhängen, was durch die DHB-Intervention normalisiert wurde.
Unter den 2.543 gescreenten Verbindungen stach Dihydroberberin (DHB) nicht zufällig hervor, sondern weil es sowohl die stärkste Hochregulierung von miR-122 als auch eine perfekte zelluläre Biokompatibilität aufwies – eine entscheidende Grundlage für die klinische Umsetzung.
Eisenüberladung schädigt die Leber über eine definierte Kaskade:
Eisenüberladung → miR-122-Absturz → dysregulierte lipogene Proteine → Lipidakkumulation + oxidativer Stress → verschlimmerte Lebererkrankung.
DHB unterbricht diesen Teufelskreis durch:
DHB-Zufuhr → miR-122-Erholung → unterdrückte lipogene Proteine → reduzierte Lipideinlagerung + abgemilderte oxidative Schäden → "Abkühlung" der Leber.
Die Studie zeigt schlüssig, dass DHB:
miR-122 hochreguliert, um schädliche Gene (z. B. Aacs, Fads2, CYPs) zum Schweigen zu bringen, die Lipogenese und Oxidation antreiben
Den Teufelskreis "Eisenüberladung → metabolische Dysfunktion" grundlegend durchbricht
Bietet eine doppelte Wirkung – Stoffwechselregulation und Leberschutz – für Bevölkerungsgruppen, die unter Eisenüberladung und MASLD leiden
Von der Aufklärung, wie Eisen und miR-122 synergistisch die Leber schädigen, bis zur Identifizierung von DHB durch systematisches Screening ebnet diese Forschung einen vielversprechenden therapeutischen Weg für die MASLD-Intervention.
Referenzen:
Yuxiao Tang 1, Zelong Gao et al. Breaking the synergism of iron overload and miR-122 to rescue lipid accumulation and peroxidation in MASLD. Pharmacol Res. 2025 May:215:107728.